Strassenzulassung

Anderes Land, neue Gesetze! Leider ist sich die EU noch nicht so einig, wie man mit den „eWheels“ im Strassenverkehr umgehen soll. Es stellt sich die Frage, ob so ein modernes Bewegungsmittel überhaupt auf öffentlicher Strasse zugelassen ist. Für die bereits seit Jahren bestehenden „Segways“ gilt in Deutschland die Mobilitätshilfeverordnung, welche den gesetzlichen Rahmen für solche Art von Fahrzeug festlegt. Obwohl ein elektrisches Einrad mit seiner selbst-justierenden Balance, Lenk- sowie Antriebstechnik mit einem Segways verglichen werden kann, gilt dies jedoch nicht für eWheels oder Solowheels.

 

Deutschland

Aktuell gelten in Deutschland die allgemeinen Bestimmungen der STVZO und FZV, sofern die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges mehr als 6 km/h beträgt. Aufgrund der Tatsache, dass solche Monowheels konstruktionsbedingt weder die Zulassungsvorschrift über Sitz, Bremsen, Lenkung, Beleuchtung etc. erfüllen, dürfen diese elektrischen Einräder nur im nichtöffentlichen Verkehr benutzt werden. Dabei muss das Areal abgegrenzt sein.

Gut zu wissen:

Sollte ein elektrisches Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von über 6 km/h überschreiten, welche bauartbedingt ist, so muss das Gerät pflichtversichert werden. Das Problem ist leider nur, dass aktuell keine Versicherung eine solche Absicherung anbietet. Wer dennoch das Monowheel im öffentlichen Verkehr benutzt, macht sich strafbar nach dem § 6 PflVersG.

Zusätzlich ist eine Fahrerlaubnis der Klasse B die Voraussetzung, ein solches Fahrzeug überhaupt zu führen. Wer dennoch ohne eine gültige Fahrerlaubnis sich im öffentlichen Strassenverkehr damit bewegt, begeht zusätzlich eine Straftat nach § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis). Alle Schäden die beim Bewegen eines Einrades verursacht werden, sind generell nicht von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt. Alle Personen- und Sachschäden müssen vom Verursacher/Fahrer aus eigener Tasche beglichen werden.

Schweiz

Weiter sind hingegen bereits unsere Nachbarn aus der Schweiz (Nicht-EU). Da die Nachfrage nach elektronisch unterstützten Fortbewegungsmitteln stetig angewachsen ist, hat der Bundesrat reagiert und die bestehenden Regelungen den technischen Weiterentwicklungen angepasst und deutlich vereinfacht.

Nach Massgabe von Art. 18 lit. c) der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) gelten neu auch sogenannte „Elektro-Stehroller“ als Motorfahrräder (ähnl. E-Bikes). Es ist definiert, das es sich bei Elektro Stehrollern um einplätzige, selbstbalancierende Fahrzeuge mit einem elektrischen Antrieb handelt, welche höchstens eine Leistung von 2,00 kW besitzen dürfen. Zusätzlich muss der wesentliche Teil der Motorleistung für das Halten der Balance des Einrads eingesetzt werden sowie darf das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h nicht überschreiten. Ist es zusätzlich möglich, beim eingesetzten Monowheel eine Tretunterstützung zu leisten, so beträgt die Höchstgeschwindigkeit 25 km/h.

Diese Anordnung/Definition führt dazu, dass das elektrische Einrad als „Elektro-Stehroller“ definiert wird und somit der Typengenehmigungspflicht unterliegt. Dies bedeutet, dass ein Elektro Einrad ein Kontrollschild benötigt wobei generell keine Helmpflicht oder Führerscheinpflicht besteht. Eine Ausnahme besteht allerdings bei Kindern zwischen 14 und 16 Jahren, welche einen Führerschein der Klasse „M“ benötigen. Man sollte sich merken, das generell alle Kinder unter 14 Jahren keinen Führerschein erwerben können und somit nicht berechtigte sind, ein Elektro-Stehroller zu benutzen. Sollte sich ein Unfall ereignen von einer Person, welche nicht berechtigt ist das Fahrzeug zu führen, könnte dies versicherungstechnisch sehr zum Nachteil ausgelegt werden.

Zusätzlich sollen sie ihr eWheel ausschliesslich auf dem Fahrradweg benutzen und nicht auf den für Fussgänger vorgesehenen Wegen & Bereiche. Sollten Sie dennoch ihr Elektro Einrad auf dem Fussweg bewegen, so riskieren sie Busse von CHF 40,- (vgl. Ordnungsbussenverordnung).

Generell können Sie sich merken, dass der Elektro Stehroller wie ein Motorrad beachtet werden sollte. Hierbei gelten z.B. auch Handzeichen beim Einspuren, Abbiegen etc. Sofern die öffentliche Strasse mit keinem Fahrradeweg ausgestattet sein, so dürfen Sie die Fahrt auf der rechten Seite der Strasse weiterführen.