Segways - Personal Transporter

Was ist ein Segway?

Der Segway (vollständiger Name: Segway PT für “Personal Transporter”) befördert einen Menschen auf einer Plattform zwischen zwei Rädern. Der Fahrer hält sich an einem Griff und steuert die Richtung und Geschwindigkeit - immerhin bis 20 km/h - allein durch seine Körperneigung, welche Sensoren aufnehmen. Die jüngste Aufmerksamkeit durch amüsante Promotion erlebt der Segway in der Deezer-Werbung mit dem Briten Matt Kaufmann, der mit dem Gefährt kleine Kunststücke vollbringt, während ihm die Musik-App Deezer coole Songs auf die Ohrhörer schickt. Dabei veranschaulicht der grinsende, mit dem Hintern wackelnde (immer schweigende) Kaufmann, was ein Segway eigentlich alles kann.

Wie funktioniert so ein Segway?

Es gibt den Segway schon seit 2001 von der US-amerikanischen Segway Inc., seit 2015 gehört das Unternehmen dem chinesischen Konkurrenten NINEBOT. Die Erfindung bringt schon einen Schuss Genialität mit, denn der Fahrer kann seinen Segway durch Körperneigung überall hin vorwärts und rückwärts fahren, rasante Kurven bewältigen und sich auch auf der Stelle drehen. Die beiden Räder werden durch Akkus und je einen Elektromotor separat angetrieben, die Reichweite beträgt um 20 bis 40 km je nach Gelände und Modell. Ein Segway ist selbstbalancierend, Neigungssensoren steuern ihn in die Richtung der Fahrerbewegung. Er ist zwar nicht absolut “unkippbar”, doch es ist schwer, ihn zum Straucheln zu bringen. Im Normalfall steht und fährt er sicherer als ein Fahrrad. Extra Bedienelemente zum Beschleunigen oder Bremsen gibt es nicht, die Körperneigung des Fahrers genügt hierfür. Die Stabilität eines Segways ist dem aufrechten Gang eines Menschen nachempfunden, der seinen Schwerpunkt ebenfalls intuitiv immer über den Füßen hält. Daher lässt sich ein Segway intuitiv bedienen.

Wie sicher ist das?

Die Verkehrssicherheit war natürlich anfangs ein Thema, doch verschiedene Sicherheitsgutachten stellten fest, dass es keine erhöhten Sicherheitsrisiken gibt, jedenfalls nicht höhere als bei Fahrrädern oder Mofas. Segway-Unfälle gab es bisher kaum. Natürlich bremst das Gefährt, und zwar mit einer Verzögerung von 5 m/s² und damit deutlich über der gesetzlichen Vorgabe von 3,5 m/s². Gutachten wurden überall auf der Welt angefertigt, auch in Deutschland durch die TU Kaiserslautern. Die deutschen Forscher konstatierten, dass ein Segway sicherer als ein Fahrrad sei. Unfallrisiken bestünden demnach nur bei Glatteis, durch tiefe Schlaglöcher oder hohe Kantsteine. Diese Gefahren betreffen jedes Fahrzeug. In einem Crashtest durch Unfallforscher wurde auch die Gefahr für Fußgänger untersucht, die tatsächlich existiert. Daraus resultiert die Empfehlung, in Fußgängerzonen einen Segway auf höchstens 6 km/h zu beschleunigen. Auch werden Helme für die Fahrer empfohlen.

Segway-Nutzung

Der Segway ist mehr als ein Spaßgefährt. In großen Städten existieren oft sehr lange Fußgängerzonen oder sonstige Fußwege, auf denen Menschen nicht unbedingt mit dem Fahrrad, aber gern mit dem Segway unterwegs sein möchten. Dieser erlaubt das unproblematische Auf- und wieder Absteigen, um zwischenzeitlich einige Meter zu fahren. Viele Touristenführer bieten ihren Kunden inzwischen Stadtführungen auf Segways an, das wäre eine typische Nutzung. Wahrscheinlich wird sich der Segway noch viel stärker verbreiten, wenn er eine eindeutige verkehrsrechtliche Zulassung erreicht. Diese existiert in einzelnen Staaten Europas (auch in Deutschland) bislang eher als Ausnahme- und Sondergenehmigung. Es handelt sich um ein zweirädriges, jedoch mehrspuriges Motorfahrzeug, das aber über keine mechanische Bremse verfügt. So etwas gab es bislang noch nicht, der Gesetzgeber hat es daher schwer. In den USA wurde daher schon die EPAMD-Klasse geschaffen (Electric Personal-Assistive Mobility Device), um Zulassungen zu erreichen. Die EU ist noch nicht so weit, doch in Deutschland gibt es seit 2006 Sondergenehmigungen, unter anderem für Segways bei Hamburger Stadtrundfahrten. Deutschlandweit sind die Segways seit 2009 zugelassen, die Fahrzeuge erhalten aber nach wie vor eine Einzelbetriebserlaubnis nach § 21 StVZO und § 2 MobHV, sie gelten dann als Mofas und müssen entsprechend versichert werden. Jüngere Personen ab Jahrgang 1965 benötigen dafür sogar einen Führerschein (Pkw oder Motorrad genügt). In Deutschland kann inzwischen der Segway-Fahrer die Schutz- und Radfahrstreifen oder Radwege nutzen. Wo diese fehlen, ist innerorts das Fahren auf der Fahrbahn gestattet, außerorts nur auf kleinen Straßen. Dort trifft man aber auch nur selten einen Segway an.

 

Lerne Segway fahren - Basics für Anfänger